Männlichkeiten neu aushandeln
Dreiteilige Veranstaltungsreihe im feministischen salon Basel in Kooperation mit der Fachstelle Gleichstellung des Kantons Basel-Stadt.
Teil 1 - Rollenbilder und Leistungsdruck
Unabhängig davon, welches Geschlecht wir haben - männliche Sozialisation hat starke Auswirkungen auf unser Leben, Lieben und Zusammensein. Welche Botschaften über Männlichkeit erhalten männlich sozialisierte Menschen, aber auch alle anderen? Wie wirken sie sich auf unsere Lebensweisen aus? Zwischen Leistungsdruck, Gefühlsunterdrückung und Rollenerwartungen stehen viele Männer vor widersprüchlichen Anforderungen.
Die erste Veranstaltung unserer dreiteiligen Reihe «Männlichkeiten neu aushandeln» untersucht mit der Geschlechterforscherin Diana Baumgarten (Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung IZfG) und dem Sozialarbeiter Christoph Gosteli (Fachstelle Gewalt in Bern) Sozialisationsprozesse und Männlichkeitsbilder: Wie entsteht Männlichkeit, welche Folgen können härte- und gewaltorientierte Männlichkeitsbilder haben, und welche anderen Wege gibt es?
Christoph Gosteli © David Fürst
Diana Baumgarten ©
Frank Brüderli
Teil 2 - Maskulismus und Radikalisierung
In Teil zwei unserer Reihe fragen wir: Wie radikalisieren sich junge Männer und Buben? Mit welchen Mechanismen agiert die sogenannte Manosphere? Was sind Incels und vor allem: Was macht das alles so gefährlich?
Veronika Kracher, Expertin für Radikalisierung, Antifeminismus und Misogynie im Internet, eröffnet den Abend mit einem Input zu Manosphere, Incels und Radikalisierung. Danach kommen der Sozialarbeiter Kambez Nuri (bekannt unter anderem aus dem SRF-Podcast alpha boys) und der SP-Politiker Cédric Wermuth mit Veronika Kracher ins Gespräch. Sie sprechen über die Entwicklungen dieser Szene, über die Situation in der Schweiz und darüber, wie politisches Handeln, auch im privaten Rahmen, darauf reagieren kann. Das Gespräch moderiert Christoph Gosteli, Sozialarbeiter und Berater an der Fachstelle Gewalt in Bern.
Veronika Kracher © Nils Grünwald
Kambez Nuri © Juliette Chrétien
Cédric Wermuth © SP Schweiz
Teil 3 - Männlichkeit und Emanzipation
Im dritten und letzten Teil unserer Reihe richten wir den Blick auf männliche Emanzipation und gesellschaftliche Veränderung. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Männer heute neue Formen von Männlichkeit entwickeln und leben können – jenseits traditioneller Rollenvorstellungen. Welche Formen emanzipatorischer Männlichkeiten entstehen derzeit in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten? Wie engagieren sich Männer für eine gerechtere, nicht-patriarchale Gesellschaft? Und welche Herausforderungen und Ambivalenzen zeigen sich dabei?
Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf konkrete Ansätze und Handlungsmöglichkeiten aus der Buben- und Männerarbeit sowie aus Pädagogik und Sozialarbeit.
Gemeinsam möchten wir diskutieren, welche Potenziale emanzipatorische Männlichkeiten für gesellschaftliche Transformation bieten – und welche Fragen dabei weiterhin offen bleiben.
Expert*innen:
Timo Jost (Mannebüro Zürich, Sozialpädagogik)
Michael Koger (Oh Boy, Fachstelle für geschlechterreflektierte Jungenarbeit)
Fritz Rösli (Männerbüro Basel)
Fritz Rösli © Chris Rohner
Michael Koger © Joschi Herczeg
Timo Jost © Nik Diener